Mittwoch, 20. Mai 2009

Wieder daheim!

Das komplette Interview mit dem Titel: “Das extensive Interview“ gibt es im Magazinteil von Epidermopyhtie 15 zu lesen.

Es tut gut wieder zu Hause zu sein. (Auch wenn die schöne Nachbarin das mit den Blumen gießen nicht so wörtlich genommen hat. Und den Briefkasten hat auch keiner geleert. Hey, wozu hat man schließlich Freunde!?). Mittlerweile sind auch die ersten fertigen Seiten eingetrudelt. Und eine Postkarte von Usi. Wenn ich ihn richtig, verstehe ist er kurz vor Raisdorf falsch abgebogen (Ich vermute die Schwefelschlucht hindurch) und ist komplett vom Weg abgekommen. Er ist jetzt in Japan (Das muss er mir noch mal genau erklären!!) und versucht sich als Hafenarbeiter und Gelegenheitsprostituierte durch zu schlagen bis er genug Geld für ein Rückticket hat. Sachen gibt’s…

Sonntag, 17. Mai 2009

Expedition ins Tal der Koma Comix – Tag ? (Teil 5)

Und mein Interview habe ich dann 2 Tage später auch bekommen. Wenn Levin Kurio einen nicht gerade mit der Axt erschlagen will, ist er ein angenehmer und durchaus normaler Zeitgenosse. Von einigen exzentrischen Marotten vielleicht einmal abgesehen. So hat der Meister es sich angewöhnt, sich vor dem Essen am Tisch die Fußnägel zu schneiden. „Ich will auf sauberen Fuß leben“ sagt er dann immer. Ich beschließe, wenn ich daheim bin, nachzuschlagen, ob es sich dabei um ein altes norddeutsches Sprichwort handelt. Jede Mahlzeit besteht aus ungewürztem Rübenbrei. Abends wird er ohne Fett aufgebraten. Die Frau, welche mir an meinem Krankenbett die Stirn kühlte, habe ich nicht wieder gesehen. Ich glaube Kurio hält sie vor mir versteckt. Aber nachts kann ich sie durch das Haus laufen hören. Außerdem liegen am nächsten Morgen die doppelte Anzahl Fußnägel auf dem Esstisch. Im Anwesen Kurio herrscht ein klar geregelter Tagesablauf. Ab 21.00 Uhr ist Nachtruhe. Dafür steht man am nächsten Tag erst gegen 12.00 Uhr Mittags auf. Im Haus leben noch zwei alte Hunde mit den Namen Conan und Zerstörer.

Auch wenn Kurio zurückgezogen lebt, wirkt er nicht verbittert. Im Gegenteil. Auf seine eigene exzentrische Art und Weise ist er interessiert und aufgeschlossen und erzählt gerne Geschichten aus vergangen Tagen. Manchmal bricht er jedoch mit im Satz ab und versinkt grüblerisch in sich selbst. Dann darf man ihn nicht stören. Das kann bis zu einer halben Stunde dauern. Anschließend redet er ganz normal weiter, als sei nichts geschehen. Von Usi weiß er nichts. Das mit dem Praktikanten tut ihm leid, aber er wusste nichts von seinem Kommen, da er nur einmal im Monat die Post öffnet.

Als ich wieder redlich bei Kräften bin, setzen wir uns an zwei Abenden in sein Atelier und führen endlich das Interview.
„Herr Kurio, Wie war das denn damals mit den Koma-Comix?“

Donnerstag, 14. Mai 2009

Expedition ins Tal der Koma Comix – Tag ? (Teil 4)

…als ich wieder erwache, ist die Frau mit dem Wasserlappen verschwunden. Stattdessen sitzt eine massige Gestalt neben mir. Ich kann sie nicht richtig erkennen und versuche mich zu drehen. Es ist die Comiclegende Levin Kurio. Panisch weiche ich zurück, versuche aus dem Bett zu entkommen. Als ich mich mit dem linken Oberschenkel im Bettzeug verheddere, legt mit Levin Kurio beruhigend seine schwere, vom Zeichenstift schwielige Hand auf die Schulter. Das ist nicht mehr der schreiende Irre, der noch vor wenigen Tagen(?) mit der Axt auf mich zu rannte. Seine Augen strahlen nun Milde und Weisheit aus. Ich versuche etwas zu sagen, bekomme aber nur ein stummes Krächzen heraus. Verlegen senkt Levin Kurio die Augen und murmelt brummt leise: „…wir bekommen hier nicht so oft Besuch!“ Und als wäre damit alles erklärt, schiebt er mir einen gelben Plastelöffel mit ungesalzenem Rübenbrei in den Mund. Peinlich berührt bekomme ich nun doch ein paar Worte heraus: “Herr Kurio! Ich bin Andreas Hartung aus Berlin und wir haben einen Termin!“ Er zieht die Augenbrauen zusammen und legt den Löffel beiseite. Dann sagt er: „Ich weiß…“

Freitag, 8. Mai 2009

Expedition ins Tal der Koma Comix – Tag ? (Teil 3)

Mir ist warm. Ich fühle mich wohl. Ich strecke meine Glieder und blinzle in die blendende Sonne. Ich liege am Strand und höre die Wellen. Hinter mir rauschen Palmenwedel im lauen Wind. In ca.500 m Entfernung sehe ich eine Kolonie Pinguine, die gerade einen Elefanten mit einem Baseballschläger verhauen und anschließend am Spieß rösten. Aus den Stoßzähnen bauen sie Rutschen für die Kleinen. Das geht mich nichts an, beschließe ich. Ich habe in letzter Zeit genug durchgemacht und lasse mich in den warmen Sand zurück sinken. Als ich die Augen schließe, klettert ein holländischer Salzwasserkarpfen aus dem Wasser und setzt sich glitschig nass auf meine Stirn. Dabei sagt er mit einer sanften Frauenstimme: „Ich glaube er wacht auf“ Als ich die Augen öffne, liege ich in einem Bett. Dick und metertief in Gänsedauen eingekuschelt. Neben mir steht eine Schüssel mit Wasser, ein nasser Lappen kühlt meine fiebrige Stirn. Ich hebe leicht den Kopf, um den mildtätigen Retter zu erblicken, sehe aber nur noch eine verhuschte Frauensilhouette schamhaft in der Tür entschwinden. Erschöpft lasse ich meinen kopf wieder sinken. Die Pinguine haben den Elefanten mittlerweile vollständig aufgegessen und spielen nun Brennball mit einem Robbenkopf.

Montag, 4. Mai 2009

Expedition ins Tal der Koma Comix – Tag ? (Teil 2)

Als ich herumfahre, kann ich noch sehen, wie sich die Tür eines Schuppens öffnet. Jemand stürmt auf mich zu. Ich kenne diesen Mann nur von alten Fotos und einer Signierstunde. Es ist Levin Kurio. Aber sein Gesicht ist wutverzerrt und sein irrer Blick, lässt jegliche Menschlichkeit vermissen. Das soll der große alte Mann des autobiografischen Comics sein? Und er rennt mit einer Axt in der Hand auf mich zu!! Panisch weiche ich zurück und rufe immer wieder: “Herr Kurio! Ich bin Andreas Hartung aus Berlin und wir haben einen Termin!“ Aber kein Blitz der Erkenntnis durchzuckt seine tollwütigen Augen. Ich falle rückwärts stolpernd über eine blasphemische Wurzel von der ich hätte schwören können, dass sie gerade noch nicht da war. Knapp verfehlt mich der Axthieb. Bevor er erneut zuschlagen konnte, werfe ich mich rasch auf die Seite und kann gerade so verhindern, dass ich meine linke Hand verliere. Ich komme wieder auf die Beine. Stolpere über meinen Mantelsaum, knalle dabei mit meiner Stirn auf die unter dem rasen versteckten Feldsteine und verliere zum wiederholten Male während dieser Expedition das Bewusstsein. Das letzte was ich sehe ist, der drohende Schatten von Levin Kurio, der gerade zu einem letzten finalen Schlag ausholt. „Warum habe ich damals Yvonne in der 9.Klasse nicht an die Brüste gefasst?!“ ist das letzte was ich denke.




Sonntag, 3. Mai 2009

Expedition ins Tal der Koma Comix – Tag ?

Als ich erwache hängen graue Wolken über mir. Ich sehe graue Blätter, die entweder zu einem Busch oder Baum gehören. Ich versuche mich zu bewegen. Es gelingt mir nicht. Meine Arme und Beine sind steif gefroren. Mein Kopf schmerzt. Ich bin also nicht tot. In meinem linken Nasenloch versucht eine nordische Zwergenhornisse ein Nest zu bauen. Was ist passiert? Ich erinnere mich, dass ich das Anwesen erreichte. Dann traf mich irgendwas am Kopf. Ein Stein vielleicht? Fiel er vom Baum? Kam er vom Haus? Aber ich habe doch einen Termin?! Haber ich doch? Wie lange habe ich hier gelegen? Ich werde nicht drum herum kommen, mich doch noch zu bewegen. Langsam erhebe ich mich. Falle einmal. Ein zweites mal. Dann geht es. Steif humple ich in die Richtung in der ich das Anwesen vermute. Wie bin ich überhaupt zu dieser Stelle gelangt? Ich nähere mich dem Haus von der Seite, um auf den eventuellen Hof zu gelangen. Dabei versuche ich ein möglichst freundliches und gleichzeitig professionelles Gesicht zu machen. Um nicht als Einbrecher wahrgenommen zu werden, rufe ich dazu immer wieder laut: „Herr Kurio!?“. Was anderes fällt mir nicht ein. Habe wohl doch ganz schön was abbekommen.

Freitag, 1. Mai 2009

Expedition ins Tal der Koma-Comix - Tag 10

Nach ungezählten Tagen des Hungers, des mühseligen Durchschlagens, der blutigen Füße, der durchnässter Sachen, der Schimmelbildung unter den Achseln bin ich nun am Ziel. Vor wenigen Augenblicken erreichte ich das verträumte Kurionsche Anwesen. Erschöpft aber auch glücklich lasse ich meinen Blick schweifen. Ich freu mich auf ein trockenes Stück Brot und eine warme Dusche. Hoffentlich ist Usi schon da. Mir steigen die Tränen in die Augen. Herrlich. Ich werde…
Was war das? Eine Art Pfeifen. …Irgendwas hat mich am Kopf berührt. Wo kam der plötzliche Lärm her? Irgendwas läuft meinen Kopf herunter. Ich muss mich mal kurz hin...